Interview zur berufsbegleitenden Erzieherausbildung

Isa Schulz (25) absolviert aktuell eine berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin bei den Albert-Schweitzer-Kinderdörfern in Berlin. Bei Frau Moorkamp und den hinzukommenden Erzieherinnen Frau Hahn, Frau Gems und Frau Voss in der Hermsdorfer Kinderdorffamilie mit 6 Kindern, hat sie für die Ausbildungsdauer von drei Jahren ihr berufliches Zuhause gefunden.

Montags und dienstags ist Isa in der Schule. Den Rest der Woche – meist nachmittags bis abends, zur „Rush hour“ – arbeitet sie bei Familie Moorkamp. „Für mich ist Arbeiten gehen wie nachhause kommen“, erzählt sie im persönlichen Gespräch. Zu ihren täglichen Aufgaben gehören Zuhören, Unterstützen bei Hausaufgaben und Hilfe beim alltäglichen Leben, ebenso wie das Lösen von Konflikten und intensive Beziehungsarbeit.
Ein Alltag, der Isa nicht fremd ist. Ihre eigene Mutter ist Kinderdorfmutter. Seit sie elf Jahre alt ist, lernt sie Familienleben in dieser Konstellation kennen und schätzen.

Sie genießt auch den Gestaltungspielraum in ihrer Ausbildung: Als begeisterte Köchin startet die angehende Erzieherin im Sommer 2018 mit den Kids das Projekt „Grillabend“, inklusive Einkauf, Zubereitung, Lebensmittelkunde und natürlich – gemeinsamer Durchführung.

„Der Vorteil als Erzieherin in einer Kinderdorffamilie ist, dass man die Kinder langfristig begleitet, eine familiäre Beziehung aufbaut und sie damit bestenfalls fürs Leben fit macht.“

Im Vergleich zu einer rein schulischen Ausbildung sieht Isa den großen Vorteil einer berufsbegleitenden Ausbildung darin, dass man durch den hohen praktischen Anteil schnell erkennt, ob dem Azubi der Beruf wirklich liegt.

Die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer in Berlin bieten als Ausbildungsstätte und Arbeitgeber neben einer guten Bezahlung auch ein familiäres Umfeld mit einer offenen Kommunikationsstruktur und zahlreichen Fortbildungsmöglichkeiten. „Besonders hat mir die Fortbildung im Bereich Prävention und Deeskalation gefallen“, berichtet Isa aus jüngster Erfahrung.

Im Sommer 2020 beendet sie voraussichtlich ihre Ausbildung. Isas Traum ist es, danach als innewohnende Erzieherin weiter im Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. zu arbeiten und mit ihren gewonnenen Erfahrungen eine eigene Gruppe heranwachsender Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten.

„Gefühlt kann ich hier mehr bewegen als in einer Kita!

von Catharina Woitke