Nicht alle Kinder erfahren in ihren Familien genügend Schutz und Geborgenheit. Der Albert-Schweitzer-Kinderdorf Berlin e.V. bietet für diese Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen familienähnliche Lebensgemeinschaften – sogenannte Familiengruppen. Die in den Albert-Schweitzer-Kinderdörfern betreuten Kinder können meist längerfristig nicht in ihren Herkunftsfamilien leben. Daher werden sie in den Familiengruppen häufig bis zur Volljährigkeit und Verselbständigung begleitet. Im Zusammenleben mit Kinderdorfmutter oder -vater, deren Partner*innen und ggf. leiblichen Kindern können die aufgenommenen Kinder neue positive Erfahrungen sammeln. Stabile Beziehungen und ein soziales Netz schaffen Schutz, Stabilität und Geborgenheit. Das Leben in der Kinderdorfgemeinschaft bietet einen förderlichen Lebensort. Diese Basis hilft, die Anforderungen von Kindheit und Erwachsenwerden zu bewältigen.

Die Kinderdorfmutter oder der Kinderdorfvater verfügt über eine pädagogische Fachausbildung und ist gleichzeitig Hausleiter*in. Der Partner oder die Partnerin geht einer Berufstätigkeit außerhalb des Hauses nach und engagiert sich ehrenamtlich für die Kinderdorffamilie. Ein bis zwei pädagogische Mitarbeiter*innen und eine Hauswirtschaftskraft unterstützen im Alltag. Im Schutz der Familiengruppe erfahren die Kinder Sicherheit und Halt, lernen Konflikte und Probleme zu bewältigen und erhalten Hilfe, ihre biografischen Erfahrungen aufzuarbeiten, im Bedarfsfall durch zusätzliche therapeutische Unterstützung.

Eine gute Schul- und Berufsausbildung sind wichtige Voraussetzungen, um sich eigenständig im Leben zurecht zu finden. In den Familiengruppen wird daher großer Wert auf Lernanreize und gezielte individuelle Förderung sowie die Sicherung von Lernerfolgen gelegt. Darüber hinaus werden Freizeitaktivitäten, wie zum Beispiel die Mitgliedschaft in Sportvereinen oder musisch-kreative Angebote, besonders gefördert.